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Gästehaus in der Provence

Ausflüge in der Provence

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Stoffrollen, Kleidung und Sonnenschirme vor dem Rathaus von Forcalquier
Marktstände vor dem Rathaus. © VF

Ausflug in die Haute-Provence

Der Markt von Forcalquier, vom Bourguet bis Saint-Michel

Text und Fotografien von

Montags füllen die Stände den Bourguet und die Straßen von Forcalquier bis zum Saint-Michel-Brunnen. Obst, Stoffe und Erzeugnisse der Haute-Provence führen eine jahrhundertealte Handelstradition fort.

Händler und Handelswege nach Forcalquier

Der Montagsmarkt ist seit dem 12. Jahrhundert belegt. Im Jahr 1229 verpflichtete Graf Raimond-Bérenger die Händler der Grafschaft, auf ihren Reisen in die Provence und zurück über Forcalquier und Peyruis zu ziehen. Bestimmte Übergänge über die Durance waren ihnen untersagt: Die vorgeschriebenen Wege sollten den Handel der Stadt fördern.

Kisten mit Erdbeeren, Kirschen und Melonen unter einem rot-gelben Sonnenschirm auf dem Markt von Forcalquier
Montagseinkäufe unter den Sonnenschirmen in Forcalquier.

An diesem Pfingstmontag füllen Obst und Gemüse die Stände auf dem Bourguet: Anlass für einen fotografischen Rundgang.

Begehrte Standplätze für die Markthändler

Gelegentlich teilnehmende Händler warten, bis ihr Name aufgerufen wird; der Platzmeister misst die Standflächen mit großen Schritten ab. Manche Händler übernachten sogar vor Ort, um die Zuteilung nicht zu verpassen. Diese Szene spielt sich vor der Ankunft der Kundschaft ab. Beschrieben wird sie in einem Artikel von Le Monde vom August 2003.

Melonen, Aprikosen, Kirschen und Erdbeeren auf einem Stand unter großen Sonnenschirmen auf dem Markt von Forcalquier
Obst unter den Sonnenschirmen des Marktes.

Auch heute verwaltet ein Platzmeister die Standplätze. Die Stadt nennt rund zweihundert Händler, verteilt auf die Plätze, Boulevards und Straßen der Altstadt.

Ein Markt für Erzeuger und Händler

Auf dem Markt findet man Spezialitäten der Haute-Provence und des Pays de Forcalquier: Banon-Käse, Einkorn, Olivenöle und Honig. Am unten abgebildeten Stand stehen Fruchtsäfte, eingemachte Produkte und Oliven unter dem Schild der Association des producteurs du marché de Digne-les-Bains.

Gläser auf Holzregalen, Saftflaschen und Oliven unter einem Erzeugerschild auf dem Markt von Forcalquier
Eingemachte Produkte und Fruchtsäfte am Erzeugerstand.

Banon erkennt man an den Kastanienblättern, in die der Ziegenkäse eingewickelt ist.

Bunte Seifen in Fächern, Lavendelsäckchen und Körbe unter einem Marktdach in Forcalquier
Seifen und Lavendelsäckchen.

Die Montagseinkäufe beschränken sich nicht auf Lebensmittel: Auch Seifen in Fächern, Lavendelsäckchen und Körbe liegen auf den Ständen.

Kunden von der anderen Seite der Lure

Im 14. Jahrhundert trug ein Tuchhändler aus Forcalquier seine Verkäufe in ein Geschäftsbuch ein, das bis heute erhalten ist. Zu seinen Kunden zählten Einwohner von Curel und Les Omergues.

Marktgasse mit Kleidung und anderen Waren unter weißen Marktdächern in Forcalquier
Eine Gasse zwischen Marktständen und Fassaden.

Curel und Les Omergues liegen im Jabron-Tal, auf der anderen Seite der Montagne de Lure, nördlich von Forcalquier.

Saint-Michel, ein historischer Marktplatz

Auf der Place Saint-Michel in der Altstadt fand bereits der mittelalterliche Markt statt. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde hier ein Brunnen errichtet. Ein inzwischen verschwundenes Waschhaus ergänzte die Anlage: Man kam zum Einkaufen, Wasserholen und Wäschewaschen hierher.

Saint-Michel-Brunnen mit seinem Becken im Vordergrund, umgeben von Ständen und Kunden in der Altstadt von Forcalquier
Der Markt rund um den Saint-Michel-Brunnen.

Zwischen den Sonnenschirmen sind am Brunnenpfeiler Tierköpfe, Blattwerk und kleine menschliche Figuren zu erkennen. Einige zeigen Kinderspiele: Die Körper ringen miteinander, klettern und überschlagen sich unter den Wasserspeiern.

Tierköpfe, Blattwerk und kleine Szenen am Pfeiler des Saint-Michel-Brunnens in Forcalquier
Die Figuren am Saint-Michel-Brunnen.

Das runde Becken ist jünger als diese Bildwerke: Es ersetzte 1912 das ursprüngliche achteckige Becken.

Pierre Magnan im Marktcafé

Auch Pierre Magnan besuchte den Markt von Forcalquier. In einer 2011 veröffentlichten Reportage begleitet ihn der Journalist Klaus Simon an einem Montagmorgen von den Ständen bis ins Café.

Caféterrasse unter einer großen Platane, dahinter die Marktstände in Forcalquier
Eine Terrasse am Bourguet neben den Marktständen.

Dort gesellen sich Leser zu ihm, um über seine Romane zu sprechen.

Den Tag im Pays de Forcalquier fortsetzen

Nach dem Markt führen die Gassen hinauf zur Zitadelle. Für einen weiteren Ausflug liegen Mane und das Priorat von Salagon in der Nähe; weiter westlich befindet sich die Rotunde von Simiane.

Unterkünfte in der Umgebung: Gästehäuser im Pays de Forcalquier und an der Montagne de Lure.

Praktische Informationen

Den Besuch des Marktes von Forcalquier planen

Tag und Zeiten
Ganzjährig am Montagvormittag, in der Regel von 8 bis 13 Uhr. Die Fotos dieser Seite entstanden an einem Pfingstmontag.
Rundgang und Anreise
Rechnen Sie mit ein bis zwei Stunden für die Stände auf dem Bourguet, die Altstadtgassen, die Place Saint-Michel und eine Pause. Der Aufstieg zur Zitadelle kommt hinzu. Parken Sie außerhalb des Marktbereichs; im Sommer kündigt die Stadtverwaltung besondere Parkplätze und Shuttlebusse an. Prüfen Sie die aktuellen Regelungen vor der Anreise.

Offizielle Websites: Montagsmarkt und Anreise · Stadtplan von Forcalquier.

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