Ausflug in den Luberon
Roussillon, ein Ockerdorf im Herzen des Luberon
Treppen, Plätze und enge Gassen führen zwischen Fassaden in Ockertönen zum Felsen des Castrum.
Roussillon auf den Hügeln des Ockermassivs
Roussillon liegt auf einer Anhöhe nördlich des Calavon-Tals gegenüber dem Luberon-Massiv. Rund um das Dorf bilden Ockersande eine Hügelkette, die sich von Goult über Gargas und Rustrel bis nach Gignac erstreckt. Natürliche Erosion und Ockerabbau haben die farbigen Felsen geformt, die heute die Landschaft prägen.
Im Dorf nehmen die verputzten Fassaden die Farbpalette der umliegenden Erde auf, von blassem Gelb bis zu kräftigem Rot. Ihre Nuancen verändern sich je nach Mischung, Alter der Fassaden und Lichteinfall.
Treppen, Gassen und Plätze in Roussillon
Enge Durchgänge und Treppen folgen dem Gefälle zwischen den Häusern. An den Mauern wechseln sich sichtbares Bruchsteinmauerwerk und verputzte Flächen in verschiedenen Ockertönen ab. Hier und da öffnet sich zwischen zwei Fassaden der Blick auf die Wälder und Hügel rund um das Dorf.
Am Rathaus weitet sich die Straße zum Hauptplatz des Dorfes, gesäumt von ockerfarbenen Fassaden, Geschäften und Caféterrassen. Dahinter werden die Wege auf dem Weg zum Glockenturm und zum alten befestigten Ortskern wieder enger.
Der Glockenturm, ein ehemaliges Tor des Castrum
Oberhalb des Platzes erscheint der Glockenturm in der Achse der engen Straße. Sein Unterbau bewahrt den Durchgang eines ehemaligen Tors zum Castrum. Im 19. Jahrhundert zu einem zusätzlichen Glockenturm der Kirche umgebaut, markiert er den Eingang zum alten befestigten Ortskern von Roussillon.
Gewölbedurchgang, Uhr und Glocke vereinen mehrere Funktionen in einem Bauwerk: Wehrtor, Orientierungspunkt im Dorf und akustisches Signal. Links folgt eine Gasse dem Verlauf des ehemaligen Wehrgangs, der einst zwei Türme der Befestigungsmauer verband.
Die Kirche Saint-Michel im alten befestigten Ortskern
Hinter dem Glockenturm erreicht die Gasse die Kirche Saint-Michel innerhalb der ehemaligen Befestigung. Das Bauwerk romanischen Ursprungs ist seit dem 12. Jahrhundert belegt und wurde mehrfach umgestaltet; seine heutige Fassade stammt aus dem 17. Jahrhundert. 1791 schuf der aus Roussillon stammende Bildhauer Alexis Poitevin mehrere Werke, die in der Kirche erhalten sind, darunter das heute denkmalgeschützte Taufbecken und ein Kruzifix.
Die Fassade und die benachbarten Mauern verbinden hellen Stein, Mauerwerk und orangefarbenen Putz. Diese Materialien und Farben stellen die Kirche in eine sichtbare Beziehung zu den Häusern des alten Dorfes.
Vom Felsen des Castrum über die Reliefs des Ockermassivs
Auf dem Felsen des Castrum, dem höchsten Punkt von Roussillon, steht eine Orientierungstafel. Hinter den Ziegeldächern reicht das Panorama über das Tal und die bewaldeten Hügel. Im Norden schließen die Monts de Vaucluse den Horizont ab; bei klarem Wetter zeichnet sich dahinter der Mont Ventoux ab.
In Richtung des Ockerwegs erscheint hinter den Häusern ein kleiner Teil seiner farbigen Felswand. Die Lage des Dorfes wird von hier oben verständlich: ein kompakter Ortskern auf einer Anhöhe, umgeben von bewaldeten Hügeln und Tälern, die die Landschaft des Ockermassivs fortsetzen.
Der Ockerweg und die Geschichte des Pigments
Nahe dem Dorf führt der Ockerweg in ehemalige Tagebaue hinab. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Abbau im industriellen Maßstab und formte die Abbauwände, bevor die Erosion ihre Umgestaltung fortsetzte. Der Sand wurde gewaschen, um den Ocker abzutrennen; anschließend wurde das Pigment getrocknet, gemahlen und für unterschiedliche Verwendungen aufbereitet.
Vom Aussichtspunkt vor dem Eingang des Weges zeigt sich Roussillon über die gesamte Höhe des Hügels. Kirche und Glockenturm ragen über den Häusern auf, deren Farben an die Palette der nahen Steinbrüche erinnern. Weiter in Richtung Apt bewahrt die ehemalige Usine Mathieu, heute das Ockermuseum, Anlagen, an denen sich die Verarbeitung von Ockersand zu Pigment nachvollziehen lässt.
Roussillon auf einer Route durch das Pays d'Apt
Im Westen setzen Goult und Gordes die Entdeckung der Bergdörfer fort. In Richtung Apt zeigen Gargas und Rustrel weitere Landschaften und Spuren des Ockerabbaus.
Roussillon gehört damit zu einer Route durch den nördlichen Luberon, die Bergdörfer, Ockerlandschaften und ehemalige Verarbeitungsstätten verbindet.
Unsere Auswahl
Gästehäuser rund um Roussillon und im Pays d'Apt
Von einem Gästehaus rund um Roussillon sind das Dorf, der Ockerweg und die weiteren Ockerstätten des Pays d'Apt leicht erreichbar. Das Portal bevorzugt direkte Links zu den Websites der Eigentümer.

