Der Platz Richelme ist die tägliche Bühne der Lebensart von Aix.
Der alte Kräuterplatz von Aix
Nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt, in der Fußgängerzone der Altstadt, liegt der Platz Richelme auf der früheren Place aux Herbes. Umgeben von klassizistischen Fassaden, Cafés und schattigen Durchgängen bewahrt er mitten in der Stadt einen intimen, fast häuslichen Maßstab.
Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als Königin Jeanne hier einen Markt erlaubte. König René ließ später eine Kapelle errichten, die mit der Zeit durch eine Fischhalle mit angrenzenden Geschäften ersetzt wurde. Die Handelsfunktion des Platzes ist nie wirklich verschwunden: Seit mehr als sechs Jahrhunderten kommen die Einwohner von Aix hierher, um Obst, Gemüse, Käse, Blumen und Produkte aus der Provence zu kaufen.
Am Morgen unter den Platanen, zur Marktzeit
Der Platz Richelme ist bis heute ein Ort der Gewohnheiten ebenso wie ein Ort des Durchgangs. Am Morgen bilden die Stände eine einfache Szene: gefüllte Körbe, Obstkisten, Blumensträuße, Stimmen der Erzeuger und ein Kaffee auf der Terrasse, bevor man wieder in die Gassen eintaucht.
Der kleine Wildschweinbrunnen wacht im Schatten der Platanen. Das Licht gleitet über Fensterläden und helle Fassaden, Gespräche bleiben hängen, und der Markt gibt Aix ein sehr konkretes Gesicht, weit weg von allzu starren Bildern einer Museumsstadt.
Rund um den Markt, die Plätze der Altstadt
Rund um Richelme zeichnen die Gassen des alten Aix ein Geflecht aus Durchgängen, Stadtpalais und stillen kleinen Plätzen. Gleich daneben hat die Place de l’Hôtel de Ville eine andere Präsenz: Glockenturm, Fassade aus dem 17. Jahrhundert, heller Steinbrunnen und Terrassen unter den Bäumen.
Etwas weiter entfernt bietet die Place d’Albertas einen feineren Gegenpunkt. Ihr Brunnen, die geordneten Fassaden und die schmiedeeisernen Balkone bilden eine der sensibelsten Kulissen der Altstadt. Zwischen Richelme, Rathausplatz und Albertas zeigt Aix drei Arten, einen Platz zu bewohnen: handeln, repräsentieren, flanieren.
Früh kommen, wenn die Stadt beginnt
Den Markt auf dem Platz Richelme erlebt man am besten am Morgen. Dann sind die Stände am klarsten, die Cafés füllen sich langsam, und die Gassen bewahren noch eine Spur von Frische.
Dienstags, donnerstags und samstags breitet sich die Belebung mit den anderen Märkten des Zentrums in die umliegenden Straßen aus. Richelme behält jedoch seine besondere Rolle: die eines kleinen, regelmäßigen, lebendigen Platzes, an dem man schnell versteht, warum Aix so sehr an seinen Märkten hängt.
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