Ausflug in Châteauneuf-du-Pape
Das Schloss von Châteauneuf-du-Pape, die Spuren der Päpste in den Weinbergen
Über den Weinbergen bezeugt das Schloss von Châteauneuf-du-Pape die Verbindung zwischen den Päpsten von Avignon und einer der großen Weinlandschaften Frankreichs.
Päpstliche Größe im Herzen eines großen Weinbergs
Vom päpstlichen Schloss von Châteauneuf-du-Pape sind nur Mauerstücke, ein Teil des Donjons und eine Fassade über dem Dorf erhalten. Diese Reste geben dem Besuch dennoch seinen Ton: Von den gepflasterten Gassen steigt man zu einem Aussichtspunkt über Weinberge, Rhône-Tal und die Horizonte des Comtat.
Eine Residenz der Päpste von Avignon
Im 13. Jahrhundert gehörte Châteauneuf-Calcenier (der ursprüngliche Name des Dorfes bis ins 19. Jahrhundert) dem Bischof von Avignon und somit dem Papst, als Clemens V. 1305 in die provenzalische Stadt zog. Bereits 1316 beschloss sein Nachfolger Johannes XXII., das Schloss von Châteauneuf-Calcenier neu zu errichten und zu befestigen. Es entstand eine echte Festung, zugleich aber auch eine Residenz, in der die Päpste Avignon verlassen konnten und dennoch das Rhône-Tal im Blick behielten.
Eine von der Geschichte zerstörte Festung
Die Religionskriege waren ein schwerer Schlag für die Festung. Das Dorf, von seinen Bewohnern verlassen, wurde im März 1563 von den Hugenotten eingenommen und niedergebrannt. Das Schloss wurde stark beschädigt. Von den Erzbischöfen von Avignon restauriert, wurde es während der Revolution verkauft, anschließend für seine Steine abgebaut und 1892 vom Staat als historisches Denkmal geschützt. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Beobachtungsposten und Waffenlager für die deutsche Armee, die bei ihrem Rückzug im August 1944 die Nordfassade und zwei Donjonmauern sprengte.
Ein Aussichtspunkt über die Côtes-du-Rhône
Vom Schloss aus reicht der Blick über das Rhône-Tal, das Comtat Venaissin, den Mont Ventoux und nach Süden in Richtung Avignon. Der Ort erzählt auch von der Entstehung einer Weinlandschaft: Die Reben rund um das Dorf gaben einer der ersten AOC Frankreichs und einer der großen Appellationen des Rhône-Tals ihren Namen.
Der Besuch ist kurz, macht den Ort aber gut lesbar: ein Dorf, geprägt von Generationen anspruchsvoller Winzer, ein Horizont aus Rhône und Ventoux und die dauerhafte Spur der Päpste von Avignon in den Landschaften des Vaucluse.
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