Ausflug in die Alpilles
Kapelle Saint-Sixte, in den Alpilles
Auf einem Hügel außerhalb von Eygalières steht die romanische Kapelle Saint-Sixte, die bis heute mit einer lebendigen Wallfahrtstradition verbunden ist.
Ein einzelner Orientierungspunkt in der Landschaft der Alpilles
Wenn die Straße nach Orgon Eygalières verlässt, erscheint die Kapelle zwischen den Zypressen auf einer felsigen Anhöhe. Ihr heller Stein hebt sich vom Plateau ab. Von der Straße aus wirkt das Gebäude klein; mit etwas Abstand wird sichtbar, wie selbstverständlich es in das Relief eingebunden ist.
Romanische Architektur mit Ergänzungen aus dem 17. Jahrhundert
Die Kapelle wurde im 12. Jahrhundert an der Stelle eines antiken Heiligtums nahe einer Quelle errichtet. Vom romanischen Bau ist unter anderem die halbrunde Apsis erhalten, die aus sorgfältig gefügten Steinen errichtet und mit einer Kalotte überwölbt ist. An der Wand des Triumphbogens befinden sich zwei Konsolen in Form von Eberköpfen.
Dem aus Bruchsteinen errichteten Kirchenschiff ist ein vorspringender Vorbau, das sogenannte Stabulum, vorgelagert, der im 17. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Aus derselben Zeit stammen die Einsiedelei und der ummauerte Garten. Mächtige Strebepfeiler tragen den Bau, der von einem Glockengiebel mit einer einzigen Öffnung bekrönt wird – eine vertraute Silhouette ländlicher Kapellen in der Provence.
Der Roumavage am Osterdienstag
Die Kapelle wird bereits vor 1155 in einer Bulle von Papst Hadrian IV. erwähnt und 1222 der Abtei von Mollégès übergeben. Jeden Osterdienstag führt eine als Roumavage bekannte Prozession von der Pfarrkirche in Eygalières zur Kapelle. Die Bewohner versammeln sich, teils in traditioneller Tracht, zu einer Messe in provenzalischer Sprache zu Ehren des heiligen Sixtus. Diese Wallfahrt wird mit der Bitte um Schutz der Ernten vor Dürre verbunden.
Während der Pestepidemie von 1720 diente die Einsiedelei als Lazarett. Im 19. Jahrhundert blieb die Kapelle ein Ort der Andacht und wurde zugleich zum Motiv für Maler. Hinter ihren schlichten Mauern überlagern sich lokaler Kult, Wallfahrt und die Erinnerung an eine Zeit der Krise.
Eine ländliche Kapelle als Motiv der Maler
Die Abgeschiedenheit des Gebäudes, die senkrechten Linien der Zypressen und das Licht der Alpilles ergeben eine auf wenige starke Formen reduzierte Szene. Seit dem 19. Jahrhundert haben Maler hier drei wiederkehrende Motive der Provence gefunden: Stein, immergrüne Bäume und ein südliches Licht, das sich im Lauf des Tages verändert.
Durch ihre vielfache Darstellung wurde die Kapelle zu einem der bekanntesten Bilder der Region, in der Malerei ebenso wie in der Fotografie. André Derain malte sie ebenfalls. Vor Ort wirkt die Landschaft zurückhaltender als ihr Bild: ein niedriger Bau, einige Bäume, ein Weg und der kalkhelle Horizont der Alpilles.
Den Ausflug durch die Alpilles fortsetzen
Die Entdeckung kann in Richtung Saint-Rémy-de-Provence und zu den Antiken von Glanum weitergehen, einem weiteren Zeugnis der alten Geschichte des Massivs. Der Mittwochsmarkt in Saint-Rémy führt die Entdeckung in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt fort. Bei Tarascon bietet die Kapelle Saint-Gabriel einen weiteren romanischen Bau in einer ländlichen Landschaft. Von einem Ende der Alpilles zum anderen zeigen diese Kapellen, wie eng eine Architektur kleinen Maßstabs mit dem Relief verbunden sein kann.
Praktische Informationen
Die Kapelle Saint-Sixte besichtigen
- Lage und Zugang
- Die Kapelle liegt an der Straße nach Orgon, etwa 2 km östlich von Eygalières. Die Parkmöglichkeiten in der Nähe sind begrenzt.
- Öffnung
- Das Äußere ist ganzjährig zu sehen. Der Innenraum wird gelegentlich geöffnet, insbesondere zur Messe am Donnerstagvormittag nach Ostern und an einigen Sonntagen in der Saison. Die Zeiten können sich ändern: Überprüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten, bevor Sie Ihren Besuch planen.
Unsere Auswahl
Gästehäuser rund um Eygalières und die Alpilles
Um diese Entdeckung fortzusetzen, stellt das Portal Gästehäuser in den Alpilles vor, jeweils mit einem direkten Link zur Website der Eigentümer.

